Karriere-Ratgeber
Was passiert mit meinem Lebenslauf wenn ich ihn einer KI gebe?
Dirk Walter
Gründer Karriva, CRM und Direct Marketing
Wer karriva nutzt, gibt uns etwas Persönliches. Nicht im abstrakten Sinn: einen Lebenslauf, Karriereziele, vielleicht Informationen zur aktuellen Beschäftigung. Das war mir beim Aufbau von karriva von Anfang an bewusst. Und es hat konkrete Konsequenzen für die Art, wie wir das Tool gebaut haben.
Sensible Daten verdienen sensiblen Umgang
Ich komme aus dem CRM und Direct Marketing. Das bedeutet: ich weiß, was mit persönlichen Daten gemacht werden kann, wenn man will. Wie sie segmentiert, vermarktet, weitergegeben werden. Und was das mit dem Vertrauen macht, das Nutzer einem Dienst entgegenbringen.
Als ich karriva gebaut habe, war klar: ein Lebenslauf ist kein normaler Datenpunkt. Er enthält Berufserfahrung, Karriereziele, manchmal Angaben zur aktuellen Beschäftigung. Diese Daten für andere Zwecke zu nutzen als für das, wofür sie gegeben wurden, hätte das Tool von Anfang an untergraben. Deshalb haben wir von Beginn an entschieden: karriva speichert, was für das Tool nötig ist. Nicht mehr.
Was wir tun, und was wir nicht tun
Wenn du deinen Lebenslauf hochlädst, liest karriva ihn aus, extrahiert Berufserfahrungen, Skills und Qualifikationen und übergibt diese Informationen an ein KI-Sprachmodell für die Analyse. Was nie in einen KI-Prompt geht: Name, E-Mail-Adresse, Wohnanschrift. Sie sind für die inhaltliche Analyse nicht notwendig. Wir übergeben sie deshalb nicht.
Die Analyseergebnisse und dein Profil werden in unserer Datenbank gespeichert, damit das Tool funktioniert. Deine Daten werden nicht verkauft, nicht für das Training von KI-Modellen genutzt, nicht an Dritte weitergegeben. Wenn du dein Konto löschst, werden alle deine Daten vollständig entfernt. Das Datenhosting erfolgt in Europa (Stockholm), über Supabase und Vercel, beides DSGVO-konforme Anbieter.
Was beim Lebenslauf-Upload technisch passiert
Der Ablauf in vier Schritten: Du lädst eine PDF- oder DOCX-Datei hoch. karriva liest den Text aus und bereinigt ihn automatisch: E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Wohnanschriften und URLs werden vor der Analyse aus dem Text entfernt. Was übrig bleibt, sind berufliche Inhalte: Positionen, Tätigkeiten, Skills, Qualifikationen, Branchen.
Diese bereinigten Inhalte werden an ein KI-Sprachmodell übergeben, das sie analysiert und strukturiert. Das Ergebnis, dein Karriereprofil, wird in deinem karriva-Konto gespeichert. Das Originaldokument wird nicht dauerhaft gespeichert.
Der berufliche Inhalt verlässt also das System, um analysiert zu werden. Das ist der Kern der Sache, den du kennen solltest. Der Rest bleibt bei uns.
Was passiert wenn man den Lebenslauf direkt in ChatGPT eingibt
Die Frage bekomme ich oft: "Kann ich das nicht einfach selbst mit ChatGPT machen?" Technisch ja. Datenschutztechnisch ist der Unterschied größer als er aussieht.
Wer ChatGPT über die Weboberfläche nutzt (das kostenlose oder das Plus-Abo), gibt Daten in ein System, das standardmäßig Unterhaltungen für das Modelltraining verwenden kann. OpenAI erlaubt zwar das Abschalten dieser Einstellung, aber sie ist nicht per Default aus. Viele Nutzer wissen nicht, dass sie diese Option haben.
LinkedIn ist ein anderer Fall. Das Tool "Lebenslauf-Analyse" oder direkte Uploads dort landen in einer Infrastruktur, deren Geschäftsmodell der Zugang zu Bewerberdaten ist. LinkedIn verkauft diesen Zugang an Recruiter. Das ist kein Vorwurf, das ist das Geschäftsmodell.
karriva arbeitet mit der Anthropic API unter Unternehmenskonditionen. Das bedeutet konkret: die übermittelten Inhalte werden nicht für das Training des Sprachmodells verwendet. Das ist keine Verhaltensversicherung, sondern Vertragsinhalt.
Der Unterschied zwischen "ich nutze ChatGPT.com" und "ich nutze einen Dienst, der die Anthropic API nutzt" ist genau dieser: im ersten Fall gelten die Nutzungsbedingungen des Consumer-Produkts. Im zweiten Fall gelten API-Bedingungen, die Training ausdrücklich ausschließen.
Ein Vergleich, der mich nachdenklich gemacht hat
Beim Aufbau von karriva habe ich mich gefragt, wie das eigentlich im klassischen Bewerbungsprozess aussieht.
Was passiert mit einem Lebenslauf, der per E-Mail an ein Unternehmen geschickt wird? Er landet in einem Postfach. Wird vielleicht ausgedruckt, weitergeleitet, in ein Bewerbermanagementsystem eingespielt, auf einem Netzlaufwerk gespeichert, das nie aufgeräumt wird. Theoretisch hat man das Recht, die Löschung zu verlangen. Praktisch ist das kaum durchsetzbar, weil das Unternehmen selbst oft nicht mehr weiß, wo die Unterlagen gelandet sind.
Bei karriva kannst du dein Konto löschen, und alle deine Daten werden vollständig entfernt. Das klingt selbstverständlich. Im Vergleich mit klassischen HR-Prozessen ist es das nicht.
Was das praktisch bedeutet
Der Unterschied zwischen den Datenschutzversprechen verschiedener Tools lässt sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Datenschutzerklärungen sind lang, und die entscheidenden Punkte stehen selten am Anfang.
Was ich dir empfehle: Frag bei jedem Tool, das du für deine Jobsuche nutzt, drei Dinge. Erstens, welche Daten gehen in einen KI-Prompt ein? Zweitens, werden diese Daten für Training verwendet? Drittens, wo sind sie gespeichert, und wie bekommst du sie raus?
Bei karriva sind die Antworten: Nur berufliche Inhalte, bereinigt um Stammdaten. Nein, kein Training. Europa (Stockholm), und du kannst dein Konto jederzeit vollständig löschen.
Das sind keine besonders strengen Anforderungen. Sie sollten Standard sein. Bis dahin lohnt es sich, sie explizit zu prüfen.
Keine Marketingaussage, sondern eine Voraussetzung
Datenschutz ist bei karriva keine Landing-Page-Formulierung. Es ist die Grundlage, auf der das Tool überhaupt funktioniert.
Wer uns seinen Lebenslauf anvertraut, muss wissen, dass wir damit verantwortungsvoll umgehen. Nicht weil es die DSGVO vorschreibt, sondern weil ohne dieses Vertrauen kein sinnvolles Arbeiten möglich ist. Diese Überzeugung hat die Entscheidungen beim Aufbau von karriva geprägt, und sie bleibt der Maßstab.
Die vollständige Datenschutzerklärung findest du auf karriva.com/privacy, auf Deutsch und ohne juristische Vorkenntnisse lesbar.
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