Karriere-Ratgeber
Berufseinsteiger haben mehr zu erzählen als sie denken
Dirk Walter
Gründer karriva, CRM und Direct Marketing
Wer vor dem Anschreiben sitzt und “hochmotiviert und lernbereit” tippt, weiß meistens selbst, dass das nicht reicht. Das Problem ist selten fehlende Erfahrung. Praktika, Werkstudentenjobs und Hochschulprojekte sind echte Berufserfahrung. Was fehlt, ist die Sprache dafür: wie man beschreibt, was man gemacht hat, was man gelernt hat, und was das für eine konkrete Stelle bedeutet.
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Berufseinsteiger haben mehr zu erzählen als sie denken
Zwischen “zu wenig Erfahrung” und “ich weiß was ich kann”
Berufseinsteiger reden ihre eigene Erfahrung systematisch klein. Das Praktikum war “eigentlich nur Kaffeekochen”, der Werkstudentenjob “eigentlich nichts Besonderes”, das Hochschulprojekt “zählt wohl kaum als echte Erfahrung”. Wer ein paar Monate in einem Unternehmen war, fragt sich, ob das überhaupt erwähnenswert ist. Wer ein Semesterprojekt koordiniert hat, zweifelt ob das als relevante Erfahrung gilt.
Das Ergebnis: Bewerber die tatsächlich Relevantes vorzuweisen haben, unterschätzen das systematisch. Sie schreiben generische Sätze über ihre Motivation statt über das, was sie wirklich getan haben. Recruiter bekommen so den Eindruck, jemand habe weniger mitzubringen als tatsächlich vorhanden ist.
Das trifft übrigens nicht nur Hochschulabsolventen. Wer nach dem ersten Job wieder wechselt, wer nach zwei oder drei Jahren eine neue Stelle sucht, steht häufig vor derselben Situation: irgendwo zwischen “zu wenig Erfahrung” und “ich weiß eigentlich genau was ich kann”, aber die Formulierung fehlt.
Was Recruiter wirklich als Berufserfahrung zählen
Was Recruiting-Teams bei Einsteigern tatsächlich suchen, hat nichts mit der Anzahl der Berufsjahre zu tun. Es geht um drei konkrete Fragen: Hat jemand in einem Unternehmen gearbeitet? Hat er etwas wirklich zu Ende gebracht? Hat er mit anderen an einem Projekt gearbeitet?
Wer diese drei Fragen mit konkreten Beispielen beantworten kann, erfüllt die Grundvoraussetzung für eine gute Bewerbung. Kein Recruiting-Team erwartet von jemandem, der gerade das Studium abgeschlossen hat, zehn Jahre Berufspraxis. Aber Recruiter wollen sehen, dass jemand weiß, was er kann, und das benennen kann.
Der Unterschied zwischen einem überzeugenden und einem durchschnittlichen Einsteiger-Profil liegt selten in der Länge der Erfahrung. Er liegt darin, ob jemand seine Erfahrungen so beschreiben kann, dass sie für die konkrete Stelle relevant klingen.
Was wirklich in deinen Stationen steckt
Nehmen wir einen typischen Werkstudentenjob: Marketing, 20 Stunden die Woche, sechs Monate. Was steckt da wirklich drin?
Eigenverantwortliches Arbeiten neben dem Studium. Unternehmensprozesse kennenlernen, nicht im Lehrbuch, sondern im laufenden Betrieb. Vielleicht Kundenkontakt, Daten aufbereiten, ein kleines Projekt koordinieren. Das ist kein Lückenfüller in einem Lebenslauf. Das ist ein echter Berufseinstieg. Wer das in einem Unternehmen erlebt hat, weiß wie professionelles Arbeiten funktioniert.
Oder ein Hochschulprojekt: fünf Monate, sechs Personen. Wer hat die Abschlusspräsentation übernommen? Wer hat dafür gesorgt, dass es am Ende ein vorzeigbares Ergebnis gibt? Wer hat die Struktur bereitgestellt, als die Gruppe in unterschiedliche Richtungen zog? Diese Rollen sind Kompetenzen: Koordination, Kommunikation unter Druck, Qualitätsorientierung. Das sind keine weichen Floskeln, das sind Belege aus echten Situationen.
Das Gleiche gilt für Ehrenämter, Tutorentätigkeiten oder selbst organisierte Projekte. Wer regelmäßig andere in einem Fachgebiet begleitet hat, hat Kommunikation und Didaktik trainiert. Wer eine Hochschulgruppe koordiniert hat, hat Teamführung erlebt. Die Frage ist nicht ob diese Erfahrungen zählen. Sie zählen. Die Frage ist, wie man sie beschreibt.
Von der Stationsliste zur Positionierung
Ein Lebenslauf listet Stationen auf. Eine Positionierung beschreibt, was diese Stationen zusammen über eine Person aussagen: was ist das Muster, welche Kompetenzen ziehen sich durch, welche Rolle passt dazu?
Das ist der Teil, den die meisten nicht formulieren können. Nicht weil die Erfahrung fehlt, sondern weil der Blick von außen fehlt. Wie liest ein Recruiter dieses Profil? Was bleibt im Kopf, welche Erwartung entsteht?
Ein Werkstudentenjob im Marketing-Controlling, ein Praktikum in einer Beratung und ein Hochschulprojekt zur Datenanalyse ergeben zusammen ein Muster: jemand, der zwischen quantitativer Analyse und strategischem Kontext arbeitet. Das ist eine Positionierung. Wer sie selbst nicht formuliert, überlässt dem Recruiter die Interpretation.
Wer seine Positionierung kennt, kann nicht nur den Lebenslauf klarer schreiben, sondern auch gezielter suchen: welche Stellen passen wirklich zu dem, was ich mitbringe? Das ist der Ausgangspunkt für ein Job-Matching, das nicht nach Jobtiteln filtert, sondern nach dem, was ein Profil tatsächlich hergibt.
Die Verbindung zur konkreten Stelle herstellen
Das Werkstudentenjahr, die Praktika, das Semesterprojekt: das alles ist Material. Aber Recruiter wollen sehen, dass jemand die Verbindung zur konkreten Stelle selbst herstellt. Was hat er gesehen und mitgenommen, das für diese Stelle relevant ist? Warum dieses Unternehmen, dieser Bereich, diese Rolle?
Das ist keine Frage der Erfahrung. Es ist eine Frage der Vorbereitung. Den Newsletter des Unternehmens abonniert. Das Produkt oder den Service ausprobiert und eine eigene Einschätzung dazu. Wissen was der Bereich, für den man sich bewirbt, konkret beiträgt und was von Tag eins an auf einen wartet. Das ersetzt keine drei Jahre Berufserfahrung, aber es ist der Unterschied zwischen einem Gespräch, das gut anfängt und dann auf der Stelle tritt, und einem das echte Substanz hat.
Mehr darüber, wie Karriere-Positionierung als Fundament für den ganzen Bewerbungsprozess funktioniert.
Wie karriva Einsteigern hilft, ihre Erfahrungen zu formulieren
karriva wurde auch für Berufseinsteiger gebaut. Der Ausgangspunkt ist der Lebenslauf: einmal hochgeladen, erkennt karriva die Stationen, Werkstudentenjobs, Praktika und Skills.
Darauf aufbauend passieren drei Dinge. Erstens die Karrierepositionierung: nicht die Liste der Stationen, sondern was sie gemeinsam über dich aussagen, welches Muster sich zeigt, welche Rolle dazu passt. Das ist der Teil, den die meisten nicht formulieren können.
Zweitens Lebenslauf-Optimierung: für jede Station schlägt karriva vor, wie du beschreibst was du wirklich gemacht hast, was relevant ist und was das Ergebnis war.
Drittens, und das ist Einsteiger-exklusiv: ein CV-Deckblatt mit deiner Karrierepositionierung, deinen Stärken und Highlights. Stellenspezifisch erstellbar, als PDF downloadbar, direkt vor den Lebenslauf gelegt.
Auf diesem Fundament läuft dann die Jobsuche, das Anschreiben und die Interviewvorbereitung. Alles auf dein Profil und die konkrete Stelle ausgerichtet, nicht aus einem Template.
Deine Erfahrungen formulieren, die zur Stelle passen.
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Dirk Walter
Gründer von karriva
Dirk Walter hat karriva gebaut, nachdem er selbst erlebt hat, wie schwer es ist, sich im Bewerbungsprozess klar zu positionieren. Er kommt aus dem CRM und Direct Marketing und überträgt diese Prinzipien auf die Jobsuche.
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